Art Scale Modellbau-Glossar
Art Scale Modellbau-Glossar – 100 Begriffe, die jeder Plastikmodellbauer kennen sollte
Art Scale Modellbau-Akademie
Art Scale Modellbau-Glossar
100 Begriffe, die jeder Plastikmodellbauer kennen sollte
Der Plastikmodellbau hat seine eigene Sprache. Es genügt, die erste Bauanleitung aufzuschlagen oder einem erfahrenen Kollegen zuzusehen, und schon stößt man auf Begriffe wie Wash, Surfacer, Panellinien oder Ätzteile. Für Einsteiger ist dabei oft gar nicht klar, was sie bedeuten und wann man sie einsetzt — obwohl sich dahinter häufig ganz einfache Dinge verbergen, nur versteckt hinter einem Fremdwort.
Dieses Glossar erklärt die häufigsten Modellbau-Begriffe einfach und verständlich, ohne unnötige Theorie. Bei Farben und Chemie geben wir praktische Hinweise mit, denn genau dort machen Einsteiger die meisten Fehler. Die Begriffe sind alphabetisch geordnet, sodass du das Glossar als schnelles Nachschlagewerk nutzen kannst, zu dem du immer dann zurückkehrst, wenn dir ein Begriff in unseren Artikeln oder in einer Bauanleitung begegnet.
Sieh es als lebendiges Dokument. Wir erweitern es nach und nach um weitere Begriffe aus Lackierung, Alterung, Airbrush, Figuren und 3D-Druck, bis daraus das Fundament der Art Scale Modellbau-Akademie wird.
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So nutzt du das Glossar
Du musst es nicht von vorne bis hinten lesen. Oben ist das Alphabet — suchst du etwa Ätzteile, klickst du auf den Buchstaben F (Fotoätzteile) und springst direkt zu den passenden Einträgen. Wann immer dir in einem unserer Artikel ein unbekannter Begriff begegnet, schlägst du ihn alphabetisch nach und liest die Erklärung. Bei vielen Einträgen steht zusätzlich ein kurzer Hinweis neben dem Stichwort.
Wenn du gerade erst anfängst, empfehlen wir, zuerst die Einträge Bausatz, Spritzling, Trockenpassung, Entgraten, Spachtelmasse, Grundierung, Maßstab und Airbrush zu lesen. Das ist die Grundlage, mit der du dein erstes Modell baust. Techniken wie Wash, Drybrushing, Filter oder Pigmente hebst du dir für den Moment auf, in dem du das Modell mit Alterung „zum Leben erwecken“ willst.
#
#3D-Druck · 3D printing
Herstellung von Teilen durch schichtweisen Materialauftrag nach einem digitalen Modell. Im Modellbau werden zwei Haupttechnologien genutzt: FDM (Schmelzen eines Kunststofffadens, günstig, aber gröber) und Resin-SLA/MSLA (Aushärten von flüssigem Harz mit UV-Licht, sehr feine Details). Der Resindruck dominiert heute bei Figuren und Detailzubehör.
Gedruckte Resinteile muss man in Alkohol (IPA) waschen, unter Licht nachhärten und von den Stützen (Supports) befreien, bevor man mit dem Lackieren beginnt.
A
#Acrylfarbe · acrylic
Modellbaufarbe auf Wasserbasis. Sie ist am weitesten verbreitet, weil sie sich leicht verdünnen lässt (oft nur mit Wasser oder Acrylverdünner), wenig riecht und sich auch in der Wohnung mit normaler Belüftung verarbeiten lässt. Sie trocknet schnell und Pinsel werden mit Wasser ausgewaschen.
Nachteil ist die etwas geringere mechanische Beständigkeit des getrockneten Films, daher schützt man eine Acryllackierung nach dem Fertigstellen am besten mit Klarlack. Für Einsteiger die sicherste Wahl.
#Aftermarket · Zubehör außerhalb des Bausatzes
Sammelbegriff für jegliches Zubehör, das separat dazugekauft wird und von einem anderen Hersteller als der Bausatz selbst stammt. Dazu gehören Ätzteile, Masken, bessere Decals, Resin- oder 3D-gedruckte Teile sowie ganze Detailsets, etwa ein aufwendigeres Cockpit oder Fahrwerk.
Aftermarket hebt ein Modell über das hinaus, was die Schachtel bietet. Für die ersten Bauten brauchst du es nicht und kannst es ruhig weglassen.
#Airbrush · Spritzpistole
Eine Spritzpistole, die Farbe mithilfe von Druckluft aus einem Kompressor aufträgt. Anders als Sprühdose oder Pinsel kann sie sehr dünne, gleichmäßige Schichten auftragen, feine Farbübergänge erzeugen und realistische Tarnungen mit weichen Kanten spritzen.
Die Airbrush ist wohl die wichtigste Investition, um die Qualität deiner Modelle zu heben. Du brauchst die Pistole selbst, einen Kompressor (idealerweise mit Tank) und passend verdünnte Farbe. Mit einer doppelt wirkenden Pistole (Double Action), bei der ein Finger zugleich Luft- und Farbmenge steuert, gelingt ein guter Einstieg.
#Aktivator · CA-Aktivator
Ein Spray oder eine Flüssigkeit, die Sekundenkleber (CA) sofort aushärtet. Praktisch, wenn eine Verbindung sofort fixiert werden soll oder der Kleber von selbst nicht aushärten will. Sparsam einsetzen, da er eine angrenzende glänzende Oberfläche leicht eintrüben kann.
#Anguss · gate
Eine kurze Kunststoffbrücke, mit der ein Teil am Spritzling hängt. Beim Bau wird das Teil mit dem Seitenschneider vom Anguss getrennt und der Rest sauber verputzt, damit keine Spur bleibt. Teile nie mit der Hand abreißen — es droht ein Ausbruch am Teil.
#Atemschutzmaske · respirator
Eine Schutzmaske mit Filter gegen Farb- und Lösungsmitteldämpfe. Beim Spritzen von Lacquer und Enamel (und beim Schleifen von Resin) ist eine Atemschutzmaske mit Filtern für organische Dämpfe wichtiger als eine einfache Staubmaske. Beim Schutz der Atemwege sollte man nicht sparen.
#Auswerfermarke · ejector pin mark
Eine runde erhabene oder vertiefte Marke auf einem Kunststoffteil, die bei der Fertigung entsteht, wenn die Auswerferstifte das fertige Teil aus der Form drücken. An sichtbaren Stellen muss sie verschliffen oder gespachtelt werden, an verdeckten fällt sie niemandem auf.
B
#Basisfarbe · base coat
Die erste „farbige“ Schicht auf dem Modell nach der Grundierung, also der Hauptton, auf dem Schattierung, Tarnung und Alterung aufbauen. Sie wird dünn und gleichmäßig aufgetragen, idealerweise mit der Airbrush. Achtung: nicht mit der Grundierung verwechseln, die noch darunter liegt.
#Bausatz · kit
Die Schachtel mit Gussteilen, Anleitung und Decals, aus der du ein Modell baust. Im Hobby sagt man auch „Kit“.
#Black Basing · schwarze Grundierung
Eine Technik, bei der das Modell zuerst komplett schwarz (oder sehr dunkel) gespritzt und dann von oben mit der Airbrush in helleren Tönen lackiert wird. Wo das Licht „nicht hinkommt“ (Falze, Spalten, untere Kanten), bleibt das Schwarz durchscheinen und das Modell bekommt Tiefe und einen plastischen Look schon vor der Alterung.
Es ist eine fortgeschrittenere Variante des Pre-Shadings. Sie erfordert Gefühl und mehrere Schichten, das Ergebnis wirkt aber sehr realistisch.
#Box Scale · Maßstab nach Schachtel
Ein untypischer Maßstab, der so gewählt ist, dass das Modell in eine Standardschachtel passt, statt einem „runden“ Verhältnis zu folgen. Häufig bei älteren Bausätzen. Heute eher die Ausnahme, da sich die Hersteller an etablierte Maßstäbe wie 1/72 oder 1/48 halten.
#Brünieren · Schwärzen von Metallteilen
Chemisches Schwärzen von Metallteilen, meist von Ätzteilen aus Messing. Das blanke Metall wird in eine spezielle Lösung getaucht, die die Oberfläche schwarz färbt. Das Teil wirkt dann realistischer und vor allem haftet die nachfolgende Farbe oder Grundierung besser.
#Build · Modellbauprojekt
Ein im Hobby gebräuchlicher Ausdruck für das Bauen eines konkreten Modells und für das gesamte Projekt vom Öffnen der Schachtel bis zur Fertigstellung. „Mein Spitfire-Build“ bedeutet also „mein im Bau befindliches (oder fertiges) Spitfire-Modell“.
C
#Chipping · Abplatzer
Das Nachbilden von Stellen, an denen sich die Farbe am echten Gerät bis auf das blanke Metall oder die Grundierung abgerieben hat. Es geschieht entweder von Hand mit einem feinen Pinsel (Tupfen und winzige Kratzer) oder mit einer der Abblätter-Techniken (siehe Hairspray und Salztechnik). Abplatzer gehören zu den wirkungsvollsten Alterungselementen, weil sie sofort verraten, dass das Gerät „etwas erlebt hat“.
Weniger ist mehr: Setze die Abplatzer dort, wo die Besatzung hingreift und wo sich das Gerät abreibt, nicht gleichmäßig über die ganze Fläche.
#Cockpit · Cockpit / Kabine
Der Pilotenraum eines Flugzeugs oder die Kabine eines Fahrzeugs. Meist das Erste, was man am Modell baut, und bei Flugzeugen zugleich einer der am meisten betrachteten Bereiche. Deshalb richtet sich auch der Großteil der Aftermarket-Verbesserungen darauf.
D
#Decal · Nassschiebebild
Ein dünner bedruckter Film mit Markierungen, der mit Wasser auf das Modell übertragen wird. Das Decal wird ein paar Sekunden in lauwarmes Wasser getaucht, gleitet von seiner Papierunterlage und wird an die richtige Stelle gesetzt. So gelangen Hoheitszeichen, Nummern, Schriftzüge und Instrumentenbretter auf das Modell.
Damit ein Decal perfekt haftet, nutzt man Decalweichmacher und bringt es grundsätzlich auf einer glänzenden Oberfläche auf (siehe Glanzlack), sonst droht das sogenannte Silbern.
#Decalweichmacher · decal setting solutions
Spezielle Flüssigkeiten, die einem Decal beim perfekten Sitzen helfen. Sie teilen sich in zwei Typen, die meist zusammen verwendet werden:
- Weichmacher unter das Decal (macht die Oberfläche weicher und verbessert die Haftung) – Micro Set, Mr. Mark Setter
- stärkerer Weichmacher auf das Decal (es wird weich und „schmiegt“ sich in Panellinien und über Unebenheiten) – Micro Sol, Mr. Mark Softer
Kurz: „Set“ kommt vor dem Decal auf die Stelle, „Sol“ wird nach dem Aufbringen darüber gepinselt. Nach dem stärkeren Mittel darf man das Decal eine Weile gar nicht berühren, weil es weich ist und leicht beschädigt wird. Trocken kopiert es die Form darunter perfekt.
#Detaillierung · superdetailing
Das Hinzufügen von Details über den Bausatz hinaus, ob aus dem Aftermarket oder selbst gebaut (scratch). Ziel ist eine höhere Wiedergabetreue, etwa zusätzliche Motorverkabelung, Nieten, Gurte oder Cockpit-Instrumente.
#Diorama · Szene mit Geschichte
Eine Szene, die das Modell in eine Umgebung setzt und eine Geschichte erzählt: ein Panzer in Stadtruinen, ein Flugzeug auf dem Vorfeld mit Besatzung. Neben dem Modell enthält es Gelände, Figuren und Zubehör. Es ist größer und komplexer als eine Vignette.
#Dry Transfer · Trockenabreibebild
Ein älterer Markierungstyp, der nicht eingeweicht wird. Das Motiv wird übertragen, indem man die Folie auflegt und das Bild mit einem stumpfen Stift abreibt, sodass es auf die Oberfläche „übergeht“. Heute seltener, kommt aber noch in manchen Zubehörsets vor.
#Drybrushing · Trockenmalen
Eine Technik zum Hervorheben von Details „trocken“. Man nimmt etwas hellere Farbe auf den Pinsel und streift den Großteil auf Papier ab, sodass der Pinsel fast trocken ist. Mit leichten Strichen über das Modell bleibt die Farbe nur an den am stärksten erhabenen Kanten und Details hängen und hebt sie optisch hervor. Funktioniert hervorragend an Nieten, Kanten, Motoren oder am Fell von Figuren.
#Düse & Nadel · nozzle & needle
Das zentrale Bauteilpaar der Airbrush, das die Farbe dosiert. Eine feinere Düse (z. B. 0,2 mm) erlaubt dünnere Linien, eine gröbere (0,4 mm) schnelleres Abdecken von Flächen. Düse und Nadel müssen nach der Arbeit sorgfältig gereinigt werden, sonst „zieht“ die Pistole und spritzt ungleichmäßig.
E
#Einfallstelle · sink mark
Eine flache Vertiefung an der Oberfläche eines Teils, die beim Spritzguss dort entsteht, wo der Kunststoff dicker ist (etwa hinter einem erhabenen Detail auf der Rückseite). Wird durch Spachteln und Schleifen behoben, oder durch Auffüllen mit dünnflüssigem Spachtel.
#Enamel · Kunstharzfarbe
Eine Farbe auf Basis organischer Lösungsmittel (verdünnt mit Testbenzin/White Spirit). Sie zeichnet sich durch hohe Beständigkeit und eine sehr lange Trockenzeit aus, was beim Altern eher ein Vorteil ist, weil sich die Farbe lange verteilen und tönen lässt.
Enamels werden viel für Washes und Filter genutzt. Sie riechen jedoch stärker und brauchen Belüftung. Achtung: Enamel-Verdünner kann eine darunterliegende Acrylschicht angreifen, deshalb kommt zwischen die Schichten ein Schutzlack.
#Entgraten · Teile säubern
Das Entfernen von Fertigungsspuren: Angussreste, Grat, Formnaht und Auswerfermarken. Das Teil wird mit dem Messer beschnitten und mit feiner Feile oder Schleifschwamm geschliffen, bis die Oberfläche glatt ist. Sorgfältiges Entgraten ist ein unscheinbarer, aber entscheidender Schritt, auf dem die Qualität des ganzen Modells beruht.
F
#Farbmodulation · color modulation
Eine Technik, bei der eine Grundfarbe in mehreren Tönen von dunkler zu heller aufgetragen wird, um das Volumen des Modells zu betonen. Obere Flächen und Kanten werden aufgehellt, untere und beschattete Bereiche abgedunkelt. Große ebene Flächen (etwa die Seite eines Panzers) wirken dadurch nicht mehr flach und das Modell bekommt einen „filmischen“ Look.
#Feathering · Übergänge weichzeichnen
Das allmähliche „Verlaufenlassen“ der Kante einer Farbe oder eines Effekts, sodass kein harter Übergang sichtbar ist. Wird etwa beim Verwischen von Filtern und Streaks oder beim Ineinanderblenden zweier Töne genutzt, damit das Ergebnis natürlich wirkt.
#Figur · figure
Ein Modell einer menschlichen Gestalt, eigenständig oder als Teil von Gerät und Diorama. Wird meist mit dem Pinsel in Acryl oder Öl bemalt, mit Schwerpunkt auf Gesicht und Schattierung der Kleidungsfalten. Eine eigene Modellbaudisziplin.
#Filter · filter
Eine stark verdünnte Farbe (oft nur wenige Prozent Pigment), die über das ganze Modell oder einen Teil gezogen wird. Ein Filter färbt nicht stark, sondern vereinheitlicht und verschiebt nur sanft den Gesamtton, belebt eine eintönige Fläche und verbindet verschiedene Töne zu einem Ganzen.
#Flüssigkleber · capillary cement
Sehr dünnflüssiger Kunststoffkleber, der nach dem Kapillarprinzip wirkt. Die Teile werden zuerst zusammengehalten und der Kleber dann mit einem feinen Pinsel in die Naht „gegeben“, in die er von selbst läuft. Er löst den Kunststoff örtlich an und verschweißt die Teile. Sauberer und präziser als dickflüssiger Kleber aus der Tube.
#Flüssigmaske · liquid mask
Ein flüssiges Maskiermittel, das mit dem Pinsel aufgetragen wird, zu einem gummiartigen Film trocknet und sich nach dem Lackieren abziehen lässt. Gut für unregelmäßige Formen und Stellen, an die sich Klebeband schlecht anschmiegt, etwa rund ums Fahrwerk oder auf abplatzenden Flächen.
#Formnaht · seam line
Eine dünne sichtbare Linie an der Stelle, wo nach dem Verkleben zwei Hälften eines Teils (etwa Rumpf oder Geschützrohr) aufeinandertreffen. Sie muss verschliffen werden, damit sie verschwindet, sonst verrät sie, dass das Teil aus zwei zusammengefügten Stücken besteht.
#Fotoätzteile · photo-etch (PE)
Sehr dünne Metallteile (meist aus Messing), durch chemisches Ätzen hergestellt. Dank der geringen Dicke ersetzen sie Details, die sich aus Kunststoff nicht fertigen ließen: Gitter, Sicherheitsgurte, feine Hebel im Cockpit oder Verstrebungen.
Ätzteile werden mit Pinzette und kleinen Biegegeräten gebogen und mit Sekundenkleber oder speziellem Metallkleber verklebt. Für eine haltbarere Lackierung entfettet man die Oberfläche zuerst oder schwärzt sie (siehe Brünieren).
#Future / Klear · Acryl-Bodenpflege
Eine Acryl-Bodenpflege (bekannt als Future, Klear oder Pledge), die Modellbauer als Glanzlack, zum „Polieren“ von Klarteilen auf Transparenz und als glatten Untergrund für Decals nutzen. Ein günstiger, bewährter Klassiker.
G
#Gezogener Gießast · stretched sprue
Ein dünner Kunststofffaden, der durch Erhitzen und Ziehen eines Stücks Spritzling (Gießast) entsteht. Wird für sehr feine Details wie Antennen, Seile oder Leitungen genutzt. Ein günstiges „selbstgemachtes“ Material, das jeder Modellbauer zur Hand hat.
#Glanzlack · gloss varnish
Ein glänzender (transparenter) Lack, der aus zwei Hauptgründen aufgetragen wird. Erstens schafft er einen glatten glänzenden Untergrund für Decals, sodass darunter keine Luft eingeschlossen wird und kein Silbern entsteht. Zweitens schützt er die Lackierung vor der nachfolgenden Alterung.
Die typische Reihenfolge ist: Farbe → Glanzlack → Decals → Glanzlack → Washes und Alterung → Mattlack oder Seidenmattlack zum Schluss.
#Grat · flash
Eine dünne überschüssige Kunststoffhaut, die in der Trennebene der Form entsteht, wenn Material hineinläuft. Tritt vor allem bei älteren oder günstigeren Formen auf. Lässt sich leicht durch Abschneiden mit dem Messer und Schleifen entfernen.
#Grundierung · primer
Eine Grundschicht, die vor dem Lackieren auf den blanken Kunststoff (oder Metall und Resin) aufgetragen wird. Sie erfüllt drei Aufgaben: Sie vereinheitlicht verschiedenfarbige Teile zu einem Ton, verbessert die Haftung der folgenden Farben und deckt vor allem schonungslos Kratzer, unzureichend geschliffene Stellen und schlecht verspachtelte Nähte auf, die man sonst zu spät bemerkt.
Grundierung gibt es als Sprühdose und für die Airbrush, meist in Grau, Schwarz und Weiß. Eine weiße oder helle Grundierung passt unter kräftige Farben, eine dunkle unter gedeckte.
#Gunpla · Gundam-Plastikmodell
Volkstümliche Bezeichnung für Plastikmodelle der Roboter aus der japanischen Gundam-Serie. Diese Bausätze sind dafür bekannt, dass sie durch Zusammenstecken (Snap-Fit) halten und oft weder Kleber noch Farbe brauchen, was sie zu einem beliebten Einstieg ins Hobby macht.
H
#Hairspray-Technik · HS chipping
Eine beliebte Methode, um realistisch abgeplatzte Farbe zu erzeugen. Auf die Grundschicht (z. B. Rost oder Metall) wird Haarspray gesprüht, darauf die Deckfarbe, und nach dem Trocknen wird das Modell mit Wasser angefeuchtet und die Deckfarbe an den Abplatzstellen mit Pinsel oder Zahnstocher abgetragen. Das Haarspray löst sich im Wasser und die Farbe darüber blättert genau dort ab, wo du willst.
Dasselbe Prinzip funktioniert auch mit Salz (siehe Salztechnik). Es gibt auch kommerzielle „Chipping“-Flüssigkeiten genau dafür.
K
#Ketten · tracks
Die Ketten des Laufwerks bei Panzern und gepanzerten Fahrzeugen. In Bausätzen sind sie entweder „Vinyl“ (gummiartig, mit Wärme verbunden) oder Einzelglied (jedes Glied einzeln — aufwendiger, aber realistischer). Ketten sind ein dankbarer Ort für Schlamm- und Staub-Alterung.
#Kitbashing · Bausätze kombinieren
Das Erschaffen eines neuen oder veränderten Modells durch Kombinieren von Teilen aus mehreren Bausätzen. Der Modellbauer „klaut“ aus einem Kit den Turm, aus einem anderen die Wanne, und es entsteht eine Version, die es als fertigen Bausatz nie gab. Oft mit Scratchbuilding kombiniert.
#Klarlack · varnish
Sammelbegriff für den transparenten Schutzlack, der auf ein Modell aufgetragen wird. Nach Glanzgrad teilt er sich in glänzend (Gloss), seidenmatt (Satin) und matt (Flat). Der Klarlack schützt Farbe und Decals und bestimmt zugleich das endgültige Aussehen der Oberfläche. Die meisten Modelle enden mit Matt- oder Seidenmattlack.
#Klarteile · clear parts
Durchsichtige Kunststoffteile des Modells, typisch Kanzeln (Hauben) von Flugzeugen, Fenster und Scheinwerfer von Fahrzeugen oder Reflektoren. Sie erfordern vorsichtigen Umgang, weil sie leicht zerkratzen oder durch Kleber und Fingerabdrücke eintrüben.
Klarteile werden nie mit normalem Plastikkleber verklebt, der sie eintrübt. Man nutzt speziellen Klarteilekleber oder weiße Dispersion (Weißleim), die glasklar trocknet.
#Kompressor · compressor
Die Druckluftquelle für die Airbrush. Für den Modellbau empfiehlt sich ein Kompressor mit Tank (er dämpft Pulsieren und hält konstanten Druck) und mit Regler. Ein leiser Membrankompressor ist eine beliebte erste Wahl.
L
#Lacquer · Lackfarbe
Eine Farbe auf Basis eines aggressiveren Lösungsmittels, die sehr schnell trocknet und einen besonders beständigen, glatten Film bildet. Sie lässt sich hervorragend mit der Airbrush spritzen und haftet fester auf Kunststoff als Acryl, weil sie sich leicht in die Oberfläche „einbeißt“.
Für die Beständigkeit zahlt man mit stärkerem Geruch und der Notwendigkeit guter Belüftung oder einer Atemschutzmaske. Zur Benennung: Die meisten heutigen Modellbau-„Lacquers“ sind in Wirklichkeit Acrylharze, gelöst in Lacquer-Verdünner. Sie verhalten sich wie Lacke, daher der Name.
M
#Markierungen · markings
Sammelbegriff für alle Kennzeichnungen eines Geräts: Hoheitszeichen, Rumpfnummern, Schriftzüge, Einheitsabzeichen. Sie werden über Decals oder Masken auf das Modell gebracht. Sie bestimmen das konkrete Gerät und seine Zugehörigkeit.
#Maske · mask
Eine Schablone, mit der du Teile des Modells abdeckst, die keine Farbe bekommen sollen. Meist sind das vorgeschnittene selbstklebende Masken (etwa für Kanzelrahmen) oder Maskierband, das du dir selbst zuschneidest. Masken erzeugen scharfe, präzise Übergänge zwischen Farben.
#Maskierband · masking tape
Ein spezielles Papierklebeband mit geringer Klebkraft (berühmt ist das gelbe Tamiya-Band), das auf der Oberfläche hält, aber beim Abziehen weder Farbe abreißt noch Kleberreste hinterlässt. Wird zum Maskieren gerader Übergänge und zum Fixieren von Teilen genutzt.
#Maßstab · scale
Das Größenverhältnis des Modells zum echten Objekt. Die Schreibweise 1/72 bedeutet, dass das Modell zweiundsiebzigmal kleiner ist als das Original. Je größer die Zahl nach dem Schrägstrich, desto kleiner und meist günstiger das Modell, aber auch weniger Platz für Details.
Die häufigsten Flugzeug-Maßstäbe:
- 1/144 – kleine Maßstäbe, ideal für große Bomber und Verkehrsflugzeuge
- 1/72 – der verbreitetste „universelle“ Maßstab mit riesigem Angebot
- 1/48 – beliebt für Jäger, mehr Platz für Details
- 1/32 – große Modelle für maximales Detail (und eine große Vitrine)
Die häufigsten Maßstäbe für Militärfahrzeuge:
- 1/72 – kompakt, kombiniert sich gut mit Flugzeugen desselben Maßstabs
- 1/48 – wachsende Beliebtheit, Kompromiss zwischen Größe und Detail
- 1/35 – der verbreitetste Standard für Panzer und Figuren
- 1/16 – große Modelle, oft mit funktionalen Elementen (RC)
Der Vollständigkeit halber: Schiffe werden meist in 1/350 und 1/700 gebaut, Autos in 1/24 und 1/25, Motorräder meist in 1/12.
#Mattlack · matte / flat varnish
Ein transparenter Lack ohne Glanz, meist als allerletzte Schicht aufgetragen. Er vereinheitlicht unterschiedlich glänzende Flächen zu einer matten Oberfläche und gibt dem Modell einen realistischen, „unplastischen“ Look. Es gibt auch seidenmatte (Satin) Varianten für Oberflächen, die leicht seidig sein sollen, etwa lackierte Autos.
#Metallicfarben · metallic paints
Farben, die Metall nachahmen (Aluminium, Stahl, Messing). Dazu gehören auch Premium-Reihen wie Alclad oder Mr. Metal Color, die mit der Airbrush auf einen glatten glänzenden Untergrund gespritzt und nach dem Trocknen zu einem realistischen Metallglanz poliert werden können (siehe NMF).
#Mottling · Fleckentarnung
Eine fein gefleckte Tarnung aus kleinen „Tupfern“, typisch für deutsche Jäger des Zweiten Weltkriegs (die Flecken an den Rumpfseiten). Wird mit der Airbrush bei sehr niedrigem Druck und nah an der Oberfläche gespritzt — eine der schwierigeren Airbrush-Techniken.
#Multimedia-Bausatz · multimedia kit
Ein Bausatz, der in einer Schachtel mehrere Materialien kombiniert, typisch Kunststoff, Resin, Ätzteile und manchmal auch Metallteile. Er bietet ein hohes Detaillevel direkt „aus der Schachtel“, ist aber anspruchsvoller im Bau.
N
#Nachgravieren · rescribing
Das Erneuern oder Neuanlegen gravierter Panellinien, typischerweise dort, wo die ursprüngliche Gravur durch das Schleifen von Nähten verloren ging. Mit einer Graviernadel oder einem speziellen Werkzeug und einer Schablone wird die Linie vorsichtig „nachgraviert“, damit sie nach der Alterung wieder hervortritt.
#Nasspalette · wet palette
Eine Palette mit angefeuchteter Unterlage (Membran), auf der Acrylfarben länger nicht antrocknen. So hat der Modellbauer mehr Zeit zum Mischen und Pinselmalen, vor allem bei Figuren. Lässt sich auch zu Hause aus einer Dose, einem Schwamm und Backpapier bauen.
#Nieten · riveting
Das Darstellen einzelner Nieten an der Modelloberfläche. Entweder werden Nieten erneuert, die der Hersteller „unter Farbe versteckt“ oder nicht ganz ausgeprägt hat, oder es werden ganz neue für mehr Realismus hinzugefügt. Dafür dienen ein Nietenrad (Riveter) und Schablonen.
#Nietenrad · riveter
Ein Handwerkzeug, mit dem Reihen gleichmäßiger Nieten in die Modelloberfläche gedrückt werden. Man fährt damit an einem Lineal oder einer flexiblen Schablone entlang. Die entstandene Nietung tritt nach einem Wash oder Drybrushing wunderbar hervor.
#NMF – Natural Metal Finish · Naturmetall
Eine Oberfläche, die blankes, unlackiertes Metall nachahmt (typisch US-Jäger gegen Kriegsende). Erreicht wird sie mit Metallicfarben in unterschiedlichen Tönen für einzelne Paneele. Sehr eindrucksvoll, deckt aber gnadenlos jede Unvollkommenheit des Untergrunds auf und verlangt daher eine makellos glatte Oberfläche.
O
#Oil Dots · Ölpunkt-Technik
Eine Alterungstechnik mit Ölfarben. Kleine Punkte verschiedener Öltöne werden auf dem Modell verteilt und mit einem feuchten Pinsel in die Fläche verwischt. So entstehen feine Farbnuancen und Schmutz, die eine einheitliche Fläche beleben.
#Ölfarben · oils / OPR
Künstler-Ölfarben (aus der Tube), beliebt für die Alterung dank der sehr langen Trockenzeit, die ein endloses Verwischen und Tönen erlaubt. Sie werden für Washes, Filter, Tupfen (Oil Dots) und für die fortgeschrittene Technik OPR – Oil Paint Rendering genutzt, also den Aufbau von Farbübergängen und Schmutz direkt mit Öl.
Verdünnt werden sie mit geruchsarmem Testbenzin (White Spirit). Wie Enamels trägt man sie am besten auf eine lackierte Oberfläche auf.
#OOB · Out of the Box
Der Bau „direkt aus der Schachtel“ — nur aus den Bausatzteilen, ohne Aftermarket und größere Umbauten. Bei Wettbewerben ist OOB oft eine eigene Kategorie. Für Einsteiger ein idealer Ansatz, um ein Modell ohne unnötige Komplikationen fertigzustellen.
P
#Panellinien · panel lines
Die Linien an der Modelloberfläche, die die Nähte zwischen den Blechen der echten Beplankung darstellen. Sie sind entweder vertieft (graviert — heute Standard) oder bei älteren Modellen erhaben. Panellinien werden mit einem Pin Wash betont, damit sie hervortreten und das Modell nicht wie ein einziger Plastikklotz wirkt.
#Pigment · pigment
Ein feines farbiges Pulver, mit dem abgelagerter Staub, getrockneter Schlamm, Ruß oder Rost nachgeahmt wird. Es wird trocken mit dem Pinsel aufgetragen oder mit einem Tropfen Verdünner bzw. Fixierlösung „fixiert“, damit es hält. Pigmente geben dem Modell greifbaren, räumlichen Schmutz, vor allem an Fahrwerken, Ketten und Fahrzeugunterseiten.
#Pigmentfixierer · pigment fixer
Eine Flüssigkeit, die lose Pigmente „fixiert“, damit sie sich nicht abwischen. Vorsichtig auftragen (per Kapillarwirkung oder mit der Pipette), da sie den Pigmentton vorübergehend abdunkeln kann, der nach dem Trocknen meist wieder aufhellt.
#Pin Wash · gezielter Wash
Ein Wash, der gezielt nur in Panellinien, Rillen und um Details herum aufgetragen wird, nicht über die ganze Fläche. Mit einem feinen Pinsel wird die Farbe in die Gravur „gegeben“ und läuft per Kapillarwirkung die Linie entlang. Der Überschuss ringsum wird abgewischt. Das Ergebnis sind saubere, betonte Panellinien.
#Plastikbausatz · Spritzgussbausatz
Ein Bausatz aus Polystyrol (Spritzgusskunststoff), also der häufigste Modelltyp. Die Teile sitzen an Spritzlingen, werden mit Plastikkleber verbunden und nach dem Zusammenbau lackiert. Sie machen den Großteil des Marktes aus.
#Plastiksheet · sheet styrene
Eine dünne glatte Platte aus Polystyrol, in verschiedenen Stärken erhältlich. Das Grundmaterial für Scratchbuilding und Umbauten: Daraus werden Bleche, Schotten und Anbauteile geschnitten. Wird mit normalem Plastikkleber verklebt.
#Polieren · polishing
Das Glätten einer Oberfläche bis zum Glanz mit feinen Schleifmitteln und Polituren. Meist werden Klarteile (Kanzeln, Leuchten) auf Transparenz oder lackierte Autos auf Hochglanz poliert.
#Post-Shading · nachträgliche Schattierung
Das Hervorheben oder Abdunkeln ausgewählter Stellen erst nach dem Auftragen der Grundfarbe. Mit der Airbrush werden Nähte, beschattete Flächen oder Panelkanten sanft abgedunkelt — das Gegenteil des Aufhellens oberer Flächen. Macht das Modell plastischer.
#Pre-Shading · Vorschattierung
Eine Technik, bei der Panellinien und beschattete Stellen schon vor der Hauptfarbe schwarz (oder dunkel) gespritzt werden. Die Hauptfarbe wird dann dünn aufgetragen, sodass der dunkle Untergrund leicht durchscheint und feine Schatten und Tiefe erzeugt. Ein günstiger, wirksamer Weg, eine einheitliche Fläche aufzubrechen.
R
#Resin · Kunstharz
Teile, gegossen aus Polyurethanharz. Sie sind meist sehr detailliert und werden vor allem im Aftermarket und bei Kleinserien-(Garagen-)Herstellern genutzt. Resin ist härter und spröder als Kunststoff, wird mit Sekundenkleber verklebt und muss vor dem Lackieren gründlich gewaschen werden, da Trennmittelreste aus der Form an der Oberfläche haften.
Beim Schleifen von Resin entsteht feiner Staub, den man besser nicht einatmet — idealerweise nass schleifen und Maske tragen.
#Rost · rust effects
Eine Gruppe von Techniken und Farben zum Nachahmen von Korrosion: vom leichten Rostanflug bis zu tief abgeplatzten Flächen. Wird aus mehreren Tönen (Orange, Braun, dunkles Rostrot) aufgebaut und oft mit Pigmenten und Abplatzern für einen plastischen Effekt kombiniert.
S
#Säge · razor saw
Eine Modellbausäge mit sehr feinen Zähnen (sogenannte Razor Saw), mit der dickere Teile präzise gesägt oder ein Modell für Umbauten zerteilt wird. Das dünne Blatt hinterlässt eine schmale Schnittfuge und minimalen Materialabtrag.
#Salztechnik · salt chipping
Eine Abblätter-Technik, ähnlich der Hairspray-Methode, nur werden statt Haarspray Salzkörner auf den angefeuchteten Untergrund gestreut. Nach dem Trocknen der Deckfarbe wird das Salz abgerieben und an seinen Stellen bleibt die untere Schicht frei. Gut für unregelmäßig abgeplatzte Flächen, etwa abgenutzte Schiffsdecks oder Gerätverschleiß.
#Schleifen · sanding
Das Glätten von Oberflächen und das Säubern von Verbindungen mit Schleifmitteln. Man schleift trocken und nass (mit Wasser), schrittweise von gröberer zu feinerer Körnung. Sorgfältiges Schleifen der Nähte ist die Grundlage eines sauberen Modells; eine unzureichend geschliffene Stelle deckt die Grundierung auf.
#Schleifpapier · wet & dry
Wasserfestes Schleifpapier, das in feineren Körnungen (z. B. 1000–2500) nass verwendet wird. Das Wasser spült den Staub weg und der Schliff wird feiner und glatter. Neben dem Papier dienen auch Schleifschwämme und Feilen.
#Scratchbuilding · Eigenbau von Grund auf
Das Herstellen eines Modells oder Teils komplett von null, aus Kunststoffprofilen, Blech, Draht und anderem Material, ohne fertige Bausatzteile. Die höchste Modellbaudisziplin, mit der fehlende Details, Umbauten oder ganze einzigartige Modelle entstehen.
#Sekundenkleber · CA / cyanoacrylate
Sekundenkleber (Cyanacrylat), der fast sofort und sehr fest klebt. Unverzichtbar für Resin, Ätzteile und Metall, wo Plastikkleber nicht wirkt. Es gibt ihn dünn- und dickflüssig (Gel); mit Aktivator härtet er noch schneller aus.
#Seitenschneider · nippers
Eine Modellbauzange mit einer flachen Seite, mit der Teile vom Spritzling getrennt werden. Gute dünne Seitenschneider trennen ein Teil mit minimaler Spur ab und erleichtern das anschließende Entgraten. Sie gehören zum allerersten Werkzeug, das man sich anschafft.
#Silbern · decal silvering
Ein Fehler, bei dem ein Decal nach dem Trocknen an den Rändern silbrig matt wird. Ursache ist Luft, die unter dem Trägerfilm des Decals auf einer matten oder rauen Oberfläche eingeschlossen ist. Vorgebeugt wird durch Aufbringen des Decals auf Glanzlack und durch Decalweichmacher.
#Skalpell · hobby knife
Ein Modellbaumesser mit auswechselbarer scharfer Klinge. Dient zum Entgraten von Teilen, Zuschneiden von Decals, Schneiden von Masken und für feine Arbeit. Eine scharfe Klinge schneidet sauberer und sicherer als eine stumpfe, deshalb werden die Klingen oft gewechselt.
#Snap-Fit · Stecken ohne Kleber
Eine Bausatzkonstruktion, deren Teile zusammenstecken und auch ohne Kleber halten. Typisch für Starter-Sets und Gunpla-Modelle. Geeignet für komplette Einsteiger und zum Bauen mit Kindern.
#Sockel · base
Die Unterlage, auf der ein Modell präsentiert wird. Kann eine einfache Plakette mit Namensschild sein oder Teil einer Vignette und eines Dioramas mit Gelände. Ein gut gewählter Sockel „setzt“ das Modell und rundet den Eindruck ab.
#Spachtelmasse · putty
Material zum Auffüllen von Nähten, Einfallstellen und Unvollkommenheiten. Es gibt mehrere Formen: einkomponentige Spachtelmasse aus der Tube (nach dem Trocknen geschliffen), dünnflüssige Spachtel für feine Rillen und zweikomponentige (Epoxid-)Spachtelmasse zum Modellieren fehlender Formen. Nach dem Spachteln wird die Stelle geschliffen und mit Grundierung kontrolliert.
#Spritzling · sprue
Der Kunststoffrahmen, an dem bei der Fertigung die einzelnen Bausatzteile hängen. Die Verbindung zwischen Rahmen und Teil heißt Anguss (Gate). Manchmal sagt man auch „Gießast“ oder schlicht „Baum“.
#Stippling · Tupftechnik
Das Auftragen von Farbe durch „Tupfen“ mit der Spitze eines halbtrockenen Pinsels. Es erzeugt eine unregelmäßige Struktur, gut für die Andeutung einer rauen Oberfläche, von Flecken oder für die Anfangsphase von Abplatzern.
#Streaking · Schlieren
Senkrechte Streifen aus Schmutz, Rost oder Öl, die am echten Gerät durch Regen und Betrieb herunterlaufen. Am Modell werden sie mit dünnen senkrechten Farbstrichen (oft Enamel oder Öl) nachgeahmt, die von oben nach unten sanft verwischt und weichgezeichnet werden. Sie geben der Oberfläche „Leben“ und eine Geschichte.
#Surfacer · Füller
Ein dickflüssigerer Verwandter der Grundierung, der neben dem Grundieren zusätzlich feine Kratzer, Poren und kleine Unebenheiten füllt und egalisiert. Nach dem Auftragen wird er geschliffen und die Oberfläche ist glatt und lackierfertig. Am bekanntesten ist die Reihe Mr. Surfacer in verschiedenen „Körnungen“ (z. B. 500, 1000, 1200 – höhere Zahl heißt feiner).
T
#Tarnung · camouflage
Das farbige (Tarn-)Schema eines echten Geräts oder Fahrzeugs. Am Modell wird es entweder mit der Airbrush mit weichen Übergängen (typisch für Flugzeuge) oder mit scharfen Kanten mithilfe von Masken nachgebildet. Die Wahl der richtigen Tarnung bestimmt, welches konkrete Gerät (und aus welcher Zeit) das Modell darstellt.
#Trockenpassung · test fit / dry fit
Das probeweise Zusammensetzen von Teilen ohne Kleber, um zu prüfen, wie sie zusammenpassen und wo Spachtel oder Nacharbeit nötig ist. Eine Trockenpassung vor dem Kleben erspart viele spätere Probleme und gehört zu den Grundgewohnheiten eines guten Modellbauers.
V
#Vacuform · Tiefziehteile
Teile, hergestellt durch Ziehen einer erhitzten Kunststofffolie über eine Form. Sie sind meist sehr dünn und fein (typisch Klarkanzeln oder ganze Rümpfe von Kleinserienmodellen), dafür anspruchsvoller im Bau, weil sie aus der Folie geschnitten und vorsichtig entgratet werden müssen.
#Verdünner · thinner
Die Flüssigkeit, mit der Farbe auf die richtige Konsistenz verdünnt (vor allem für die Airbrush) und mit der nach der Arbeit Pistole und Pinsel gereinigt werden. Grundregel: Zu jedem Farbtyp gehört sein Verdünner. Acryl verdünnt man mit Acrylverdünner oder Wasser, Enamels mit Testbenzin, Lacquer mit Lacquer-Verdünner. Der falsche Verdünner kann die Farbe ausflocken lassen.
#Vignette · vignette
Eine kleine Szene mit einem einzigen Modell (und vielleicht einer Figur) auf einem kompakten Sockel, die eine kurze „Geschichte eines Augenblicks“ erzählt. Sie ist kleiner und konzentrierter als ein Diorama und legt den Schwerpunkt auf das Modell selbst und seine Einbettung.
W
#Wash · wash
Eine stark verdünnte, dunkle Farbe, mit der Details betont und Schatten in Vertiefungen geworfen werden. Nach dem Auftragen läuft der Wash in Gravuren, Nähte und um Vorsprünge, wo er beim Trocknen abdunkelt und das Detail optisch hervorhebt. Der Überschuss wird von der Fläche abgewischt. Ein Wash ist oft der allererste Alterungsschritt (siehe auch Pin Wash).
#Weathering · Alterung
Sammelbegriff für die Techniken, die Verschleiß und Verschmutzung eines echten Geräts nachahmen. Ziel ist ein glaubwürdiges Aussehen, nicht werksfrische Sauberkeit. Zu den häufigsten Techniken gehören:
- Wash – Betonen von Details und Schatten
- Drybrushing – Herausarbeiten von Kanten und erhabenen Details
- Filter – sanftes Vereinheitlichen und Tonverschiebung
- Pigmente – Staub, Schlamm, Ruß, Rost
- Abplatzer (Chipping) – abgeriebene Farbe und blankes Metall
- Streaking – Streifen aus Schmutz und Öl
- Staub- und Schlammeffekte – abgelagerter Schmutz an Fahrwerken und Unterseiten
Die Stärke der Alterung liegt in der Kombination und in der Zurückhaltung: Ziel ist Realismus, nicht „so viel Schmutz wie möglich“.
#Weißleim · PVA glue
Weißer Dispersionsleim (Holzleim/PVA-Typ), der glasklar und transparent trocknet. Gut zum Kleben von Klarteilen (er trübt sie nicht ein) und Kleinteilen, wo eine geringere Festigkeit ausreicht. Im Dioramenbau wird er auch viel zum Fixieren von Gras und Schotter genutzt.
#WIP · work in progress
Abkürzung für „in Arbeit“ (work in progress). In Modellbauforen und sozialen Medien kennzeichnet sie Baufortschritts-Fotos, also ein noch nicht fertiges Modell. „Ich poste ein WIP“ heißt also „ich zeige das Modell im Bau“.
Z
#Zimmerit · Zimmerit
Eine raue, pastenartige Beschichtung, mit der die Deutschen im Zweiten Weltkrieg Panzer gegen das Anhaften von Magnetminen versahen. Am Modell wird sie mit Prägewerkzeugen, Spachtelmasse oder speziellen Sets nachgebildet und erzeugt eine charakteristische geriffelte Struktur.
Häufige Fragen
Wie fange ich als kompletter Einsteiger an?
Mit einem einfachen Bausatz in größerem Maßstab (ein 1/72- oder 1/48-Flugzeug, ein 1/35-Panzer), einem Satz Grundwerkzeug (Seitenschneider, Messer, Feilen), dünnflüssigem Plastikkleber, Spachtelmasse und ein paar Acrylfarben mit Pinsel. Airbrush und Alterung hebst du dir für die nächsten Modelle auf. Wichtiger als teure Ausrüstung sind sorgfältiges Entgraten der Teile und dünne Farbschichten.
Welcher Maßstab ist der beste?
Den einen besten gibt es nicht — es hängt vom Thema und vom Platz in der Vitrine ab. Bei Flugzeugen sind 1/72 (große Auswahl, wenig Platzbedarf) und 1/48 (mehr Detail) am universellsten. Für Panzer und Figuren ist 1/35 der Standard. Einsteigern fällt der Bau in größeren Maßstäben leichter, weil die Teile nicht so winzig sind.
Welche Farben soll ich kaufen — Acryl, Enamel oder Lacquer?
Für den Anfang eindeutig Acryl. Sie riechen wenig, lassen sich mit Wasser oder Acrylverdünner verdünnen und sind leicht zu reinigen. Enamels und Ölfarben schätzt du vor allem später bei der Alterung, Lacquer wegen der Haltbarkeit und des glatten Airbrush-Auftrags. Wichtigste Regel: Verwende zu jeder Farbe ihren eigenen Verdünner.
Brauche ich unbedingt eine Airbrush?
Nicht sofort. Die ersten Modelle baust und bemalst du problemlos mit Pinsel und Sprühdose. Die Airbrush hebt aber die Qualität glatter Anstriche und Tarnungen deutlich, sodass du früher oder später wahrscheinlich danach greifst. Sieh sie als Investition in den nächsten Schritt, nicht als Voraussetzung für den Start.
Warum schimmern meine Decals an den Rändern silbern?
Das nennt man Silbern und es entsteht, wenn unter dem Decal auf einer matten oder rauen Oberfläche Luft eingeschlossen wird. Die Lösung: Decals immer auf einen Glanzlack aufbringen und Decalweichmacher verwenden (Micro Set/Sol oder Mr. Mark Setter/Softer). Zum Schluss vereinheitlichst du die Oberfläche mit einem Mattlack.
In welcher Reihenfolge wird ein Modell lackiert und gealtert?
Die bewährte Reihenfolge ist: Grundierung → Basisfarbe und Schattierung → Glanzlack → Decals → Glanzlack → Washes, Filter und weitere Alterung → Pigmente → Mattlack oder Seidenmattlack zum Schluss. Der Glanzlack vor Decals und Alterung ist entscheidend, weil alles darauf haftet und nicht silbert.
